Überdosierung von Melatonin: Völlig harmlos oder tödlich?

Immer häufiger ist das körpereigene Hormon Melatonin Bestandteil zulassungsfreier Nahrungsergänzungsmittel. In erster Linie sollen diese Präparate die Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen unterstützen.
Die Auffassung, dass eine Überdosis Melatonin lebensbedrohliche Folgen mit sich bringt, ist weit verbreitet.
Ob sich diese Befürchtungen tatsächlich bewahrheiten, und wann es sich überhaupt um eine Überdosis Melatonin handelt, erfahren Sie hier:

Die Fakten über Melatonin im Überblick

Dass Melatonin zuverlässig dabei helfen kann, Schlafstörungen und Depressionen zu lindern, ist unumstritten. Doch nicht nur das: Eine kontrollierte Zufuhr dieses körpereigenen Hormons kann außerdem dabei helfen, weitere gesundheitliche Beschwerden nachhaltig zu therapieren sowie einen gesunden Bio-Rhythmus zu entwickeln.

Studien zufolge leistet Melatonin sogar einen positiven Beitrag zur Behandlung schwerwiegender Krankheiten wie beispielsweise Krebs oder Tinitus.
Da die Wirkung von Melatonin auf natürliche Weise erfolgt, wird dessen Intensität, im Vergleich zu künstlich erzeugten Medikamenten, etwas verzögert und meist weniger intensiv wahrgenommen.

Damit das, in Form von Kapseln oder Drinks, zugeführte Melatonin seine volle Wirkung entfalten kann, sollten Sie dies immer vor dem Schlafengehen einnehmen.

In jedem Fall ist es ratsam, sich vor der Einnahme von Melatonin, über die empfohlene Menge sowie dessen Anwendungsdauer, umfassend zu informieren.
Vorab sollten Sie außerdem folgende Nebenwirkungen kennen, welche infolge einer zu hohen Zugabe von Melatonin auftreten können:

Welche Nebenwirkungen einer Melatonin Überdosis sind bisher bekannt?

Entscheiden Sie sich dafür, Ihren Hormonhaushalt mit zusätzlichen Melatonin Präparaten aufzustocken, sind bei vorschriftsgemäßer Einnahme in der Regel keine unerwünschten Wirkungen zu erwarten.
Wird dies Ihrem Körper jedoch in einer extrem erhöhten Dosis zugeführt, sind früher oder später durchaus Nebenwirkungen möglich.
Dabei kann es vorkommen, dass die nachfolgend aufgeführten Reaktionen einzeln oder in Kombination auftreten.
Hier finden Sie eine Übersicht der bislang bekannten Nebenwirkungen:

Tagesmüdigkeit

Melatonin Präparate werden mit dem Vorhaben eingenommen, eine gewisse Schläfrigkeit zu erreichen. Somit ist es nicht weiter verwunderlich, wenn auch Sie bereits wenige Minuten nach der Einnahme eines solchen Präparats von akuter Müdigkeit heimgesucht werden.
Da eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr in diesem Zustand nicht mehr möglich ist, sollten Sie sich, so lange die Wirkung des Präparats andauert, nicht mehr ans Steuer setzen.
Im Idealfall erfolgt die Einnahme von Melatonin vor dem Zubettgehen, da sich auch die Einschlafdauer auf diese Weise effektiv verkürzen lässt.

Überdosierung von Melatonin: Völlig harmlos oder tödlich?

Veränderung des Hormonspiegels

Da es sich bei Melatonin um ein Hormon handelt, ist unmittelbar nach dessen Einnahme mit einem Anstieg Ihres natürlichen Hormonspiegels zu rechnen. Sofern Sie gesund sind, sind für gewöhnlich keine akuten Beschwerden zu erwarten.
Während der Schwangerschaft sollten Sie jedoch auf die Einnahme von Melatonin verzichten, da dies schwerwiegende Folgen für die Entwicklung Ihres Kindes nach sich ziehen kann.
Bei Kinderwunsch ist die Einnahme von zusätzlichem Melatonin sowohl für Frauen als auch für Männer gleichermaßen nicht zu empfehlen. Dies ist damit zu begründen, dass ein erhöhter Melatoninspiegel die Spermienanzahl bei Männern herabsetzt und bei Frauen zur Beeinflussung der Eisprungzyklen beiträgt.

Bei Kindern hingegen gehen die Meinungen weit auseinander. Grundsätzlich ist mit keinen drastischen Nebenwirkungen zu rechnen, sodass sich die Einnahme von Melatonin als wahrer Geheimtipp erweisen kann, um schwerwiegende Einschlafprobleme bei Kindern zu therapieren.

Wiederkehrende Kopfschmerzen

Die Produktion des körpereigenen Melatonins findet im Gehirn statt. Daher kann ein erhöhter Melatoninspiegel regelmäßig morgendliche Kopfschmerzen verursachen.
Gelegentlich sind allergische Reaktionen möglich, welche sich in Form von Schwindel äußern.

Realitätsverlust

Bei einer stark erhöhten Zufuhr von Melatonin können gelegentlich realitätsferne Wahrnehmungen, bis hin zu Wahnvorstellungen, auftreten. Damit verbunden ist häufig auch eine gewisse Orientierungslosigkeit.

Überdosierung von Melatonin: Völlig harmlos oder tödlich?

Magenbeschwerden

Unabhängig davon, ob Sie Melatonin ordnungsgemäß oder in zu großen Mengen einnehmen, Magenprobleme zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen dieser Präparate. Zu den typischen Anzeichen gehören Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Angstzustände

Einerseits gilt Melatonin als wirksames Mittel gegen Depressionen, andererseits können diese auch erst durch dessen Einnahme hervorgerufen werden. Grund dafür ist, dass Ihr Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät und sich langsam an diese Veränderung gewöhnen muss

Wann wird von einer Überdosis Melatonin gesprochen?

Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihren Hormonhaushalt mit Melatonin anzureichern, sollten Sie die empfohlene Menge bereits im Vorfeld genau kennen.
Hier finden Sie eine Übersicht, wie einzelne Mengen von Melatonin auf den Körper wirken:

Gibt es eine allgemeine Empfehlung für die Einnahme von Melatonin?

Grundsätzlich kommt die Einnahme von Melatonin vorrangig bei Erwachsenen in Betracht. Für diese Zielgruppe liegt die empfohlene Menge an Melatonin zwischen 0,2 und 20 Milligramm.
Wie viel Sie davon im Einzelfall einnehmen sollten, hängt letztendlich von Ihrem Belangen ab. Da die persönliche Idealmenge durch zahlreiche individuelle Faktoren bestimmt wird, ist es in jedem Fall ratsam, im Vorfeld das Gespräch mit Ihrem Arzt zu suchen.

Überdosierung von Melatonin: Völlig harmlos oder tödlich?

10 mg – problemlos einschlafen

Diese Dosierung wird häufig als Einstieg für eine Melatonin Behandlung gewählt. Diese Konzentration kommt vorzugsweise zur Regulierung von Schlafstörungen zum Einsatz. Damit sich die volle Wirkung in vollem Umfang entfalten kann, sollte die Einnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen erfolgen. Die Therapie umfasst in der Regel einen Zeitraum von rund neun Wochen.

20 mg – Behandlung ernst zunehmender Erkrankungen

Die deutlich erhöhte Dosierung von 20 mg Melatonin kommt vor allem bei schwerwiegenden Krankheiten zum Einsatz. Hierzu zählen zum Beispiel verschiedene Tumorarten. In Ergänzung zur Strahlentherapie ist eine Zufuhr von bis zu 40 mg Melatonin möglich. Diese Behandlung sollte jedoch unbedingt ärztlich überwacht werden.

30 mg – nur nach Verordnung einnehmen

Präparate, welche 30 mg Melatonin enthalten, gelten als hoch konzentriert. Verwendung finden diese für gewöhnlich im Rahmen von Chemotherapien, wenn es um die Behandlung von gerinnungsbildenden Zellen geht. Die Einnahme erfolgt in diesem Zusammenhang während der gesamten Therapie.

100 mg – extrem hoch konzentriert!

Nahrungsergänzungsmittel mit einer Konzentration von 100 mg Melatonin sollten nicht eingenommen werden. Das Risiko, dass Sie von einigen der genannten Nebenwirkungen heimgesucht werden, ist bei diesen Präparaten besonders hoch.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden Sie die häufigsten Fragen, in Bezug auf die Einnahme von Melatonin Präparaten, kompakt zusammengefasst:

Kann man infolge einer zu hohen Melatonin Zufuhr sterben?

Das Hormon Melatonin kommt natürlich im Körper vor, daher handelt es sich hierbei um einen ungiftigen Stoff. Selbst in erheblichen Mengen sind bislang keine Anzeichen einer Vergiftung bekannt.
Da jedoch bereits nach der Einnahme von einem Milligramm Melatonin Müdigkeitserscheinungen auftreten können, sollten diese Präparate stets mit Bedacht eingenommen werden.
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge lassen sich Todesfälle, aufgrund einer zu hohen Melatonin Dosis, bislang ausschließen.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung von Melatonin einsetzt?

Nach der Einnahme eines Melatonin Präparats setzt dessen Wirkung durchschnittlich nach zwanzig bis fünfzig Minuten ein.
Führen Sie Ihrem Körper den Stoff unmittelbar vor dem Zubettgehen zu, lässt sich die Einschlafdauer mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich verkürzen.
Da sich der Zeitraum, bis die volle Wirkung zum Einsatz kommt, individuell variiert, kann es eine Weile dauern, bis Sie für sich den optimalen Zeitpunkt gefunden haben.

Wann empfiehlt sich die Einnahme von Melatonin?

Während des Einschlafens schüttet das Gehirn das körpereigene Hormon Melatonin aus.
Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Krankheitsbilder wie Einschlafprobleme, Depressionen oder Krebs wirksam behandeln.

Überdosierung von Melatonin: Völlig harmlos oder tödlich?

Kann man von Melatonin abhängig werden?

Nein, selbst wenn Sie Melatonin in höherer Konzentration einnehmen, birgt dies kein Suchtpotenzial. Lediglich die bereits benannten Nebenwirkungen können auftreten.

Ist Melatonin für Kinder geeignet?

Die Zufuhr des Nahrungsergänzungsmittels Melatonin stufen zahlreiche Kinderärzte und Eltern als unbedenklich ein. Diese Präparate sollen dazu beitragen, bestehende Schlafprobleme nachhaltig zu behandeln.

Was ist bei einer Überdosis Melatonin zu tun?

Sollten Sie deutlich zu viel Melatonin konsumiert haben, sind zunächst keine drastischen Nebenwirkungen zu erwarten. Bei Unsicherheiten ist es dennoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Fazit

Das Hormon Melatonin ist für Ihren Körper lebensnotwendig. Sofern Sie Ihren natürlichen Hormonhaushalt ankurbeln möchten, sind solche Nahrungsergänzungsmittel eine attraktive Möglichkeit, um Ihr Vorhaben zu erreichen.

Grundsätzlich ist die Anwendung von Melatonin als unbedenklich einzustufen. Den genannten möglichen Nebenwirkungen sollten Sie dabei keinen zu hohen Stellenwert beimessen. Während bei zahlreichen Personen keine der genannten Nebenwirkungen auftreten, ist die Anzahl derjenigen mit Symptomen deutlich geringer.

Schwerwiegende Komplikationen lassen sich mit großer Sicherheit ausschließen, sodass sowohl Kinderärzte als auch Eltern dafür plädieren, Melatonin bereits im Kindesalter anzuwenden.
Die Verlässlichkeit von Melatonin ergibt sich aus der einfachen Anwendung sowie bester Verträglichkeit gegenüber Kindern.

Quellen und Referenzen:

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