Ist es Gesund mit einem Ventilator zu schlafen? – Kann es Dich Erkälten?

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an.

Während den heißen Sommermonaten sind Decken- bzw. Bodenventilatoren für zahlreiche Menschen die letzte Hoffnung, um entspannt einzuschlafen. Wieder anderen fällt es hingegen schwer, sich an das Geräusch zu gewöhnen. Gelegentlich klagen Betroffene über trockene Augen am Morgen, in seltenen Fällen können Ventilatoren sogar Asthmaanfälle begünstigen.

Besonders aus heißen und geschlossenen Schlafzimmern ist ein Ventilator während der Nacht nicht mehr wegzudenken. In Mietwohnungen mit dünnen Wänden kann das nächtliche Brummen schnell zu Beschwerden von nachbarschaftlicher Seite führen.

Tatsächlich ist es in manchen Fällen sinnvoll, einen Ventilator in Bettnähe zu stationieren. Worauf Sie achten sollten, und wie Ihr Schlaf durch Ventilatoren bestmöglich unterstützt werden kann, erfahren Sie hier:

3 Gründe für den nächtlichen Einsatz eines Ventilators:

Hegen Sie noch letzte Zweifel was die Verwendung eines Ventilators betrifft? Dann sollten Sie sich diese Fakten keinesfalls entgehen lassen:

1. Pure Entspannung durch weißes Rauschen

Das gleichmäßige Brummen eines Ventilators entspricht ziemlich genau dem sogenannten weißen Rauschen. Dabei handelt es sich um ein monotones Geräusch, das sich aus der Kombination aller Tonfrequenzen ergibt. Dieser spezifische Ton ist dazu in der Lage, Sie von störenden äußerlichen Einflüssen abzulenken. Hierzu gehören zum Beispiel Alarmanlagen, Verkehrsrauschen oder Baustellenlärm. Wenn es Ihnen grundsätzlich schwerfällt, abends zur Ruhe zu kommen, kann sich ein Ventilator als hilfreich erweisen.

2. Gesteigerter Kühlungseffekt

Mit einem Ventilator gelingt es Ihnen, die hohe Temperatur Ihres Raums binnen weniger Minuten zu senken. Dieser Trick hilft Ihnen dabei, den Kühlungseffekt eines handelsüblichen Ventilators um ein Vielfaches zu verstärken:

  • Schritt 1: Stellen Sie circa vier bis sechs Wasserflaschen bereit.
  • Schritt 2: Geben Sie zwei bis drei Esslöffel Salz in jede Flasche
  • Schritt 3: Verstauen Sie alle Flaschen im Gefrierschrank
  • Schritt 4: Entnehmen Sie die gefrorenen Flaschen kurz vor dem Schlafengehen. Außerdem benötigen Sie ein Tablett, auf dem alle Flaschen ausreichend Platz finden. Dieses dient als Sammelbehälter für entstehendes Kondenswasser oder austretender Flüssigkeit.
  • Schritt 5: Platzieren Sie das Tablett mit den tiefgefrorenen Flaschen direkt vor dem Ventilator.
  • Schritt 6: Schalten Sie den Ventilator ein. Sobald die kühle Luft durch das Eis strömt, verspüren Sie einen zusätzlichen Kühlungseffekt.

3. Aktive Luftzirkulation

Wenn Sie die gesamte Nacht in einem geschlossenen Raum verbringen, ist der Sauerstoffgehalt am Morgen äußerst gering. Unangenehme Gerüche, stickige Raumluft bis hin zu Kopfschmerzen sind die Folgen. Sie selbst bemerken diesen Effekt nur, wenn Sie den Raum unmittelbar nach der Nachtruhe betreten.
Ein aktiver Luftaustausch beugt diesen Umständen wirksam vor. Der Einsatz eines Ventilators ist eine Möglichkeit, um dieses Ziel kostengünstig zu erreichen.

Welche Nachteile bringt der Gebrauch eines Ventilators mit sich?

Nahezu jedes Produkt vereint sowohl Vor- als auch Nachteile. Das muss aber nicht bedeuten, dass jede Nebenwirkung auf Sie persönlich zutrifft.
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen eines Ventilators gehören:

Allergische Reaktionen

Zur Erzeugung kühler Luftströme benötigen Ventilatoren warme Raumluft. Dabei geraten Staub und Pollen in Wallung, was sich für Allergiker als wahre Belastung herausstellen kann. Wenn Sie zu den Asthmatikern gehören, ist ein besonderes Maß an Vorsicht geboten. Überprüfen Sie vor dem Einschalten Ihren Ventilator genau. Hat sich an einigen Stellen bereits Staub abgesetzt, sollte dieser vorab entfernt werden Andernfalls wirbelt es den Staub nach dem Einschalten in die Luft, was die Schleimhäute zusätzlich reizen kann.

Zunehmende Trockenheit der Haut

Wenn Sie Ihren Ventilator dauerhaft in unmittelbarer Bettnähe stationieren, sind Sie einem erhöhten Risiko für trockene Haut ausgesetzt. Diesem Umstand kann mit diversen Lotionen und Feuchtigkeitspräparaten entgegengewirkt werden. Sollten Sie dennoch keine Linderung verspüren, ist es ratsam, von der weiteren Verwendung des Ventilators abzusehen. Im Zweifelsfall kann es zudem nicht schaden, sich ärztlichen Rat einzuholen.
Manche Menschen schlafen mit offenen Augen. Kommt zusätzlich ein Ventilator zum Einsatz, kann dieser eine starke Reizung der Augen begünstigen. Dies führt schlimmstenfalls zu schmerzhaften Irritationen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie diese während der Nacht entfernen

Das Phänomen, mit offenem Mund zu schlafen, ist dagegen weitaus bekannter. Wenn Sie sich für einen Ventilator im Schlafzimmer entscheiden, kann dieser jedoch schnell Mund und Kehle austrocknen. Ein Glas Wasser verschafft in diesem Fall Abhilfe. Bei mehrmaligem nächtlichem Erwachen kann dies jedoch dazu führen, dass der gewünschte Erholungseffekt am Morgen ausbleibt.

Erhöhte Produktion von Nasensekret

Von trockenen Nasengängen und Nebenhöhlen ist nahezu jeder betroffen, der über einen Ventilator im Schlafzimmer verfügt. Unter extremen Bedingungen kann dies dazu führen, dass Ihr Körper versucht, diese Trockenheit mit einer gesteigerten Schleimproduktion entgegenzuwirken. Somit besteht ein erhöhtes Risiko für Blockaden, Verstopfung und Kopfschmerzen.

Muskelkater

Die permanente nächtliche Kaltluftzufuhr eines Ventilators verursacht häufig steife Muskeln nach dem Erwachen. Dies ist dadurch bedingt, dass sich die Muskulatur aufgrund der kühlen Brise schneller verkrampft. Vorrangig treten die Beschwerden bei Personen auf, bei denen der Ventilator direkt in Bettnähe stationiert ist.

Wann lohnt sich die Anschaffung eines Ventilators?

Besonders wenn Sie nachts stark schwitzen, kann der Kauf eines Ventilators zu einer angenehmeren Schlafatmosphäre beitragen. Widerstrebt es Ihnen, in heißen Nächten Türen und Fenster offen zu halten, stellen Ventilatoren eine kontinuierliche Luftzirkulation sicher und tragen somit zur Kühlung Ihres Schlafzimmers bei. Halten Sie störende Geräusche, wie zum Beispiel Verkehrslärm, vom Schlafen ab, kann ein Ventilator von diesen ablenken.
Sofern Sie Ihr Bett regelmäßig teilen und Ihnen Ihr schnarchender Bettnachbar den Schlaf raubt, haben sich Ventilatoren ebenfalls, zur Übertönung dieses Geräuschs, bewährt.
Da jeder Mensch im Schlaf unterschiedlich schnell und stark schwitzt, kann es sich als sinnvoll erweisen, die Seiten Ihres Schlafzimmers unterschiedlich zu kühlen.

Studien zufolge tragen Ventilatoren sogar dazu bei, Symptomen von SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) vorzubeugen. Dies gelingt aufgrund verminderter CO2-Werte sowie einer herabgesetzten Temperatur. Beide Komponenten gelten als Risiko für den gefürchteten plötzlichen Tod bei Babys.

Wer sollte auf den nächtlichen Einsatz von Ventilatoren verzichten?

Lassen sich gesundheitliche Beschwerden zweifellos auf die Verwendung eines Ventilators zurückführen, ist vom weiteren Gebrauch unbedingt abzuraten. Treten Allergien, Asthmaanfälle oder Austrocknung der Haut und Nebenhöhlen auf, kann möglicherweise die Anschaffung eines anderweitigen Modells Linderung verschaffen. Oftmals entstehen die genannten Beschwerden durch Ansammlungen von hartnäckigen Pollen oder Partikeln, welche sich nicht mehr rückstandslos entfernen lassen.
Besonders wenn trockene Haut zu Ihren Hauptleiden gehört, sollten Sie auch über die Art des Ventilators nachdenken. Bei Modellen mit Rotationsfunktion wirken die Luftströme gleichmäßig auf Sie ein, während bei standfesten Ventilatoren kontinuierlich die maximale Leistung des Geräts auf Sie einwirkt.
Ein Ventilator mit integriertem Timer erweist sich als praktisch, wenn Sie diesen lediglich als Einschlafhilfe nutzen möchten. Ein automatisches Abschalten gewährleistet, dass der Luftstrom ausschließlich zu festgelegten Zeiträumen zirkuliert.

Häufig gestellte Fragen

Lassen sich Ventilatoren auch bei Krankheit nutzen?

Welche Folgen bei der Nutzung eines Ventilators im Krankheitsfall zu erwarten sind, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab und lässt sich daher nicht pauschal vorhersehen.
Mit einer akuten Verschlechterung Ihres Gesundheitszustands ist im Normalfall nicht zu rechnen. Dennoch trägt ein Ventiltor im Krankheitsfall nur selten zu einer Verbesserung Ihrer Wohlfühlatmosphäre bei. Der permanente Luftstrom reizt die Nebenhöhlen zusätzlich und fördert die Verbreitung von Keimen. Vor allem, wenn Sie sich Ihr Schlafzimmer teilen, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Ihren Bettnachbarn / Ihre Bettnachbarin.

Nehmen Ventilatoren einen negativen Einfluss auf Ihre Ohren?

Wie stark Ihre Ohren durch die nächtliche Nutzung eines Ventilators in Mitleidenschaft gezogen werden, hängt vom jeweiligen Modell ab. Von lauten Geräten in unmittelbarer Nähe Ihres Kopfes ist generell abzuraten. Bei leisen Ventilatoren lässt sich das Risiko auf bleibende Schäden des Gehörs nahezu ausschließen.

Verursachen Ventilatoren Halsschmerzen und eine verstopfte Nase?

Grundsätzlich können Ventilatoren zu einem trockenen Hals und einer gereizten Nase führen. Besonders dann, wenn Sie mit offenem Mund schlafen. Rotierende Modelle versprechen möglicherweise Linderung.

Können Sie während der Verwendung Halsschmerzen oder verstopfte Nase bekommen?

Möglicherweise. Der ständige Luftstrom kann den Hals austrocknen, insbesondere wenn Sie mit offenem Mund schlafen. Die Luft trocknet auch die Nasengänge aus. Eine Möglichkeit, dieses Risiko zu minimieren, besteht darin, einen Lüfter zu verwenden, der sich dreht, und nicht einen, der die ganze Nacht einen konstanten und unnachgiebigen Fluss in einem konzentrierten Bereich durchbrennt.

Fazit

Die Anschaffung eines Ventilators erfüllt nicht nur den Zweck einer kühleren Schlafatmosphäre, sondern verbessert auch unmittelbar Ihre gesamte Schlafqualität.
Während tropischen Sommernächten sprechen zahlreiche Argumente für die Verwendung eines solchen Geräts. Selbstverständlich bleiben die ein oder anderen Nachteile nicht aus. Diese lassen sich jedoch in den meisten Fällen durch ruhigere Modelle oder integriertem Timer rationalisieren.

Quellen und Referenzen:

Teile Deine Meinung

      Leave a reply