Wasserbettmatratze

Rund um das Wasserbett gibt es ebenso viele Vorbehalte wie überzogene Werbungsversprechen. So behaupten beispielsweise einige Kritiker, ein Wasserbett sorge für Seekrankheit. Einige Verfechter des Wasserbetts wiederum preisen die Wasserbettmatratze als ultimative oder einzige Lösung bei orthopädischen Beschwerden wie bei Problemen mit Rücken und Wirbelsäule an. Unser Fazit: Beide Behauptungen halten einer objektiven Prüfung nicht stand.

Fest steht auch: Die meisten Kunden, die den schwerelosen Liegekomfort für sich entdeckt haben, möchten dieses besondere „Feeling“ nicht mehr missen. Ob man sich für ein Wasserbett entscheidet, ist oft nicht in erster Linie eine Frage der Funktionalität, sondern eine persönliche Vorliebe für das einzigartige Gefühl des „Schwebens“.

Für wen ist eine Wasserbettmatratze geeignet? Für wen nicht?

Das Wasserbett stellt eine hochwertige Schlaflösung im gehobenen Anschaffungssegment dar und gewährleistet einen hohen Schlafkomfort – dank vollflächiger und druckfreier Körperanpassung. Wir haben für dich die wichtigsten Eignungsmerkmale zusammengefasst.

Geeignet für Weniger geeignet für
  • Orthopädische Probleme
  • Durchblutungsstörungen
  • Personen, die im Winter leicht frieren oder im Sommer gerne kühl schlafen
    (Regulierung der Temperatur mittels Heizsystem möglich)
  • Alle Schlafpositionen
  • Bevorzugung einer eher weichen Schlafunterlage
  • Allergiker
  • Starke Schwitzer
  • Umstellen des Betts oder häufigen Umzug
    (sehr hohes Gewicht)
  • Wartungsfreie und budgetschonende Schlaflösungen

Was sollte man beim Kauf berücksichtigen?

Wer die Wasserbettmatratze schon kennt, weiß meist auch, worauf er besonderen Wert legt. Für Einsteiger empfehlen wir, die hier dargestellten Information genau zu studieren und sich auch im Einzelhandel ein paar Lösungen vor Ort anzuschauen, um ein Gefühl für diesen einzigartigen Matratzentyp zu bekommen.

Die Vorteile der Wasserbettmatratze sind vielfältig. Das schwerelose Liegegefühl ist einzigartig und am ehesten mit der Gelmatratze zu vergleichen, die ebenfalls mit Heizelementen zur Regulierung der Temperatur ausgestattet sein kann.

Beim Preisvergleich für ein komplettes Wasserbett-System sind der Lieferumfang und die inkludierten Serviceleistungen inklusive Rückgabe- und Umtauschrecht zu berücksichtigen.

Ein wichtiges Kriterium liegt sicher in den durchschnittlich höheren Anschaffungskosten. Dem steht der hohe Schlafkomfort gegenüber, ebenso eine außergewöhnliche Langlebigkeit.

Im Sinne der optimalen individuellen Anpassung empfehlen wir für die Nutzung durch ein Paar eher die Duo-Lösung. Ob Hardside-Bett mit festem Bettkastenrahmen oder Softside-Matratze, ist eher eine Frage der ganz persönlichen Präferenzen.

Was ist eine Wasserbett?

Die Hauptfunktion des Wasserbetts beruht auf den Eigenschaften des Wasserkerns. Die Wasserbettmatratze besteht aus einer Hülle aus sehr stabilem Vinyl, die mit warmem Wasser befüllt wird.

Der Wasserkern sorgt für die perfekte Anpassung des Körpers über die gesamte Liegefläche und beugt einer zu hohen Druckbelastung vor. Für den Liegekomfort sind die ausreichende Füllhöhe von ca. 20 bis 22 cm und die richtige Füllmenge für den individuellen Gebrauch ausschlaggebend.

Die Wirbelsäule muss ganz gerade auf der Matratze aufliegen, damit es nicht zu Rücken- oder Nackenbeschwerden kommt. Dabei kommt es auch auf das Gewicht des Schläfers an:

Je höher das Körpergewicht, desto mehr Wasser wird eingefüllt.

Vor- und Nachteile von Wasserbetten

Angesichts des höheren Investments ist es im Sinne einer soliden Entscheidungsgrundlage besonders wichtig, die Vorteile zu kennen und auch über die Nachteile Bescheid zu wissen.

Vorteile

  • Vollflächige Körperanpassung ohne Druckstellen – Die Wassermatratze sorgt für vollständige Druckentlastung und die vollflächige Stützung des Körpers. Das Liegegefühl ist „schwebend“ und eher weich.
  • Gut geeignet bei orthopädischen Beschwerden – Wassermatratzen sind zum Beispiel bei Rücken- und Nackenproblemen oder Gelenkschmerzen, ebenso bei Durchblutungsstörungen oder während der Phase der Wundheilung empfehlenswert. Auch für die Entspannung der Muskeln ist die Wärme dank Heizung ein Vorteil.
  • Optimal für alle Schlafpositionen – Wasserbetten sind insbesondere auch für die Seiten- und Bauchlage gut geeignet – auch für schwangere Frauen, die die Bauchlage bevorzugen.
  • Für Allergiker geeignet – Das Material des Wasserkerns ist aus Vinyl, das Milben keine Überlebensbedingungen bietet. Dazu sollte ein anti-allergischer Bezug gewählt werden.
  • Keine Probleme mit Schwitzen und Feuchtigkeit – Wasserbetten werden in der Regel beheizt, da sonst die Matratze im Winter als zu kalt empfunden wird. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass der vom Körper abgegebene Schweiß verdunstet.
  • Perfekte Regulierung der Temperatur – Im Winter angenehm warm, im Sommer erfrischend kühl: Das ist einer der entscheidenden Vorteile des Wasserbetts, dank integrierten Heiz- und Kühlelementen.
  • Langlebig und formstabil – Auf viele Wassermatratzen wird eine Garantie von 10 Jahren gewährt, die Lebensdauer kann mit 10-12 Jahren angegeben werden – je nach Qualität und Verarbeitung auch darüber. Eine Kuhlenbildung ist bei Wassermatratzen ausgeschlossen.
  • Kein Lattenrost erforderlich – Ein Lattenrost für die mögliche Veränderung des Kopf- und/oder Fußteils kann nur bei einer Leichtwassermatratze eingesetzt werden, die wesentlich weniger Höhe als eine vollwertige Wasserbettmatratze aufweist und meist auf eine vorhandene Matratze aufgelegt wird.

Nachteile

  • Hohe Anschaffungskosten – Wer sich für ein Wasserbett entscheidet, nimmt ein durchschnittlich höheres Investment für den einzigartigen Schlafkomfort, die Langlebigkeit und das Gefühl der Schwerelosigkeit in Kauf.
  • Wartungsaufwand und Stromkosten – Die Wasserbetten müssen regelmäßig gewartet werden. Einmal im Jahr wird der Wasser-Conditioner nachgefüllt. Das Matratzenmaterial aus Vinyl wird mit einem speziellen Pflegemittel gereinigt. Beides ist einfach zu bewerkstelligen. Die Heizung ist permanent in Betrieb. Die jährlichen Stromkosten liegen dafür je nach Heizsystem und individueller Einstellung im Bereich von etwa 25 bis 120 Euro.
  • Weniger flexibel bei Umzug und beim Umstellen des Wasserbetts – Das Wasserbett wird mit Hunderten Litern Wasser befüllt und wiegt – je nach Matratzenhöhe und -größe – etwa 400 bis 800 kg. Das schränkt die Mobilität etwas ein. Vor einem möglichen Umzug muss die Matratze in jedem Fall völlig entleert werden.

Wie lange halten Wasserbetten?

Die Langlebigkeit von Wassermatratzen ist überdurchschnittlich hoch: 10 bis 12 Jahre und mehr, insbesondere im qualitativ hochwertigen Segment. Es wird meist eine Garantie von 10 Jahren gewährt.

Woran erkennt man eine hochwertige Wasserbettmatratze?

Für die Qualität von Wasserbetten gibt es eine Reihe von Faktoren, die für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Füllhöhe

Achte zum einen auf die Füllhöhe, die etwa 20 cm bis 22 cm betragen sollte. Das wirkt sich entscheidend auf den Liegekomfort aus, da mit dieser Höhe der Mechanismus des Auftriebs voll zum Tragen kommt. Günstigere Modelle weisen nur eine Höhe von 15 bis 17 cm auf.

Füllhöhe

Ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal von Wasserbettmatratzen sind die Materialqualität und die Verarbeitung der Vinylhülle.

Eine Vinyldicke von einem halben Millimeter gilt als positiver Wert. Je weniger Nähte, desto höherwertiger die Hülle. Auch die gleichmäßige Dicke der Schweißnähte ist ein Qualitätskriterium.

Prüfsiegel & Stromverbrauch

Es gibt unterschiedliche Heizsysteme:

  • Folienheizungen mit Kupferkern
  • keramische Heizmodule
  • Heizungen mit Karbonkern

Wichtig für die Kaufentscheidung sind u.a. das GS-Prüfsiegel und der ausgewiesene Stromverbrauch.

Lieferumfang

Beim Kauf eines kompletten Wasserbett-Systems sollte unbedingt auf den Lieferumfang geachtet werden. Dazu zählen neben der Wassermatratze u.a. der Sockel und das nötige Zubehör wie die Entlüftungspumpe. Höherwertige Systeme enthalten auch integrierte Vliesmatten.

Service-Umfang

Auch der Service-Umfang spielt eine große Rolle. Dieser reicht von der Montage bis hin zum Rückgabe- und Umtauschrecht. Oft werden zwei oder auch mehr Wochen angeboten, was aber wenig nützt, wenn es in einer Klausel heißt: „Originalverpackt“, denn damit sind bereits mit Wasser befüllte Matratzen von der Rückgabe ausgeschlossen.

Welche Beruhigungsstufen gibt es?

Die optimale Beruhigung und Stabilisierung des Wasserkerns hängt insbesondere von der persönlichen Vorliebe ab.

Das eine Extrem ist das sogenannte „Free Flow“-Wasserbett, das völlig unberuhigt ist und nach einer Bewegung etwa 20 bis 30 Sekunden nachschaukelt. Das andere Extrem ist das weitgehend beruhigte Modell, das nur wenige Sekunden oder kaum nachschwingt.

Die Herstellerangaben zur Beruhigungsstufe des Wasserkerns sind nicht standardisiert, wodurch ein objektiver Vergleich schwer fällt.

Einige Anbieter drücken die Beruhigung in Prozent aus:

100 % gilt als nahezu völlig beruhigt – mit einer Nachschwingzeit von unter einer Sekunde. 50 % gilt als mittelmäßig beruhigt. Andere Hersteller nennen als Beruhigungsgrad die Zahl der integrierten Vlieseinlagen. Informativer ist die Nachbewegungszeit, die meist auch angegeben wird und die man auch selbst prüfen kann.

Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle: Je höher das Gewicht, desto eher empfiehlt sich eine stärkere Beruhigung von über 50 %. Mit einem geringeren Gewicht sollte man eher einen Beruhigungsgrad von unter 50 % testen. Die Letztentscheidung ist eine Frage des persönlichen Empfindens.

Wichtig:

Ein „Wasserbett-Einsteiger“ gewöhnt sich erst nach einer gewissen Zeit an das typische Gefühl des Nachschwingens. Ein ausreichender Zeitraum zum Testen erweist sich deshalb als klarer Vorteil.

In welchen Größen sind Wasserbettmatratzen erhältlich?

Die nutzbare Fläche einer Wasserbettmatratze ist im Vergleich zu anderen Matratzentypen etwas kleiner. An allen Seiten müssen etwa 6 cm abgezogen werden, da die Matratze von einem Schaumrahmen umgeben ist.

Dazu ein Beispiel: Wenn du eine Matratzengröße von 200 x 200 cm  kaufst, beträgt die Liegefläche ca. 188 x 188 cm. Das reicht für eine Körpergröße von etwa 175 cm, um komfortabel liegen zu können. Zu deiner Körpergröße musst du also immer etwa 25 cm dazu rechnen, um vor allem die richtige Länge zu wählen.

Größen, die viele Anbieter von Wasserbettmatratzen führen, sind:

Länge
Breite
190 cm 200 cm 210 cm 220 cm 230 cm 240 cm
90 cm 90 x 190 90 x 200 90 x 210 90 x 220
100 cm 100 x 190 100 x 200 100 x 210 100 x 220
140 cm 140 x 200 140 x 210
160 cm 160 x 200 160 x 210
180 cm 180 x 200 180 x 210 180 x 220
200 cm 200 x 190  200 x 200 200 x 210 200 x 220 200 x 230 200 x 240

Wasserbettmatratzen reinigen und pflegen

Wasserbettmatratzen erfordern mehr Wartung als andere Matratzentypen. So wird einmal im Jahr der Wasser-Conditioner (oder „Konditionierer“) hinzugefügt, um der Entstehung von Bakterien vorzubeugen. Das Wasser braucht nicht ausgetauscht zu werden, es bleibt mit dieser Zugabe frei von Keimen. Die Vinylmatratze ist regelmäßig mit einem speziellen Pflegemittel zu reinigen, was sehr einfach zu bewerkstelligen ist.

Aufbau und Aufstellen des Wasserbett-Systems

Um dir einen Überblick über das Wasserbett-System zu verschaffen, empfehlen wir dir, das folgende Video anzuschauen. Es ist zwar sehr schlicht produziert, erklärt aber informativ in knapp 4 Minuten den Aufbau eines Wasserbetts.

Bestandteile eines Wasserbetts

  • Sockel
  • Stützelemente
  • Abdeckplatten
  • Bezug für die Platten
  • Schaumstoffrahmen
  • Heizelemente
  • Sicherheitsfolie gegen das Auslaufen des Wassers
  • Wassermatratzen mit Ventil
  • Thermotrennwand (für das Dual-System mit zwei getrennten Wasserkernen)
  • Bezug für das Bettsystem

 

WasserbettmatratzeAuf dem Bild sieht man, wie die Matratze mit Wasser gefüllt wird. Danach werden die Wasserkerne entlüftet.

Anschließend wird der Wasser-Conditioner eingefüllt, um das Wasser keimfrei zu machen. Nun werden die Ventile geschlossen.

Abschließend wird der Bezug für das Wasserbett angebracht.

Wasserbett-Systeme

Im vielfältigen Angebot an Wasserbetten und Wasserkernen unterscheiden wir verschiedene Systeme:

  • Uno-System mit einer Matratze
  • Duo-System mit zwei getrennten Wasserkernen
  • Hardside-Bett mit festem Bettkastenrahmen
  • Softside-Matratzen, die von einer Umrandung aus Kunststoff oder Schaumstoff umgeben sind oder auch ohne Rahmen aufgesetzt werden können

Das Duo-System ist für zwei Personen mit Sicherheit die bessere Lösung, da die Wassermenge auf das unterschiedliche Körpergewicht und die Temperatur auf die persönlichen Vorlieben abgestimmt werden können.

Der Trend geht auch klar in Richtung Softside-Matratzen, die meist von einem weichen Schaumstoffrahmen umgeben sind – daher auch der Begriff „soft“. Dadurch ist es auch komfortabler, vom Bett aufzustehen. Die Softside-Matratze kann auch in geeignete Bettrahmen integriert werden.

Das Masterpiece Wasserbett verbindet die Eigenschaften der Softside- und Hardside-Betten in einem System. Um den festen Rahmen ist dieses Bett mit einer Schaumpolsterung ausgestattet, die meist mit Leder oder Alcantara bezogen wird.

Zur Wellenberuhigung wird in höherwertigen Modellen ein Vlies in die Wassermatratze eingearbeitet.

Wer sich für dieses Gefühl der Schwerelosigkeit begeistern kann, trifft bei Gelschaum-Matratzen und insbesondere bei Gelmatratzen auf einige ähnliche Eigenschaften.

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